Hier der erste Teil vom 7. August 2009.

Hier der zweite Teil vom 4. Juni 2011.

Allenthalben wird in der deutschen Presse über den Prozessbeginn gegen die drei Hauptverantwortlichen für die Teldafax-Pleite berichtet. Dabei verwundert – jenseits juristisch begründeter Zurückhaltung -, wie sehr in den Berichten meist von einem halbwegs normalen Pleitefall ausgegangen wird.

Dabei schimmert bei den Angeklagten doch recht deutlich durch, dass von vornherein ein Schneeballsystem geplant war. Das legt nicht nur die Art der Finanzierung des Unternehmens nahe, sondern, noch viel mehr und sehr plastisch, die jahrelang auch unserer Beschwerdeplattform ReclaBox eingehenden Nutzerbeschwerden. Diesen war eindeutig zu entnehmen, wie das Unternehmen arbeitete, nämlich nicht wie ein normales Unternehmen wie einer funktionierenden Finanzierung und einer normalen Buchhaltung.

Das Erstaunlichste war freilich, dass selbst nach massenhaften Beschwerden über die fragwürdigen Praktiken dieses Unternehmens immer noch Stromkunden ihren Strom von TelDaFax beziehen wollten, mit zum Teil hohen Vorauszahlungen. Während es aus naheliegendem Grund allgemein üblich ist, erst nach einer erfolgten Leistung zu bezahlen, waren hier die Stromkunden für die versprochene Ersparnis von ein paar Euro bereit, in Vorleistung zu treten. Niemand würde das in einer Autowerkstatt oder beim Handwerker im Haus machen – aber bei TelDaFax.

Da kann man schön die seltsame Mischung aus Sparwahn und Prominentengläubigkeit beobachten: Das Unternehmen muss doch seriös sein, wenn so bekannte Personen wie Rudi Völler dafür werben. Aber, wie gesagt, ein Blick auf ReclaBox oder der Anruf bei einer Verbraucherzentrale hätte jeden Kunden von einem Vertag mit TelDaFax abhalten müssen. Aber Strom setzt die Kunden offenbar unter Strom, wie jetzt bei weiteren fragwürdigen Anbietern mit ähnlichem Geschäftsmodell zu sehen ist. Wir sind gespannt, wie sich dieses Vorkasse-Geschäft entwickelt.

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